Unsere
Anekdote
Dass
Ratten nicht die besten Haustiere sind, wenn man in Indien unterwegs
ist, wussten wir. Ratten übertragen Krankheiten, sie fressen sich
durch Tüten und Rucksäcke. Wir haben daher vorausschauend alle
Löcher, die von unserer Hütte in die Freiheit führten, verstopft.
Rattenkot war der erste Indikator in der Hütte, die mit soliden
Wänden, aber einem Dach aus verflochtenen Palmenwedeln versehen war.
Die Hinterlassenschaften hatten wir gleich bei unserer Ankunft hinaus
gekehrt, nur um am nächsten Morgen die Ratten-Botschaft erneut
vorzufinden. Die Ratte schien versteckte Schlupflöcher zu haben, die
wir noch nicht entdeckt hatten.
In der
folgenden Nacht sind wir alarmiert und erwachen von plötzlichem
Tütenknistern. Raphael schnappt sich die neben seinem Kissen
liegende Stirnlampe, schießt aus der Schlaf- in die Sitzposition,
reißt das Moskitonetz in die Höhe und ertappt den Übeltäter in
flagranti. Eine große, fette Ratte springt, vom Lichtstrahl
getroffen und von Raphaels Bewegungen aufgeschreckt, auf ein Regal,
hangelt sich am Deckensims entlang und verschwindet durch ein Loch in
der Palmendecke in die Dunkelheit.
Wir
inspizieren den Schaden und entdecken, dass unsere Cookies
angefressen wurden. Unsere Cookies, die in einer Tüte in einem
Ziplockbeutel in einer weiteren Tüte in Zeitungspapier eingepackt
waren und am Haken an der Wand hingen. Ratten können also durch
Ziplockbeutel hindurch riechen und problemlos 40cm an der Wand
hochspringen. Außerdem habe ich Tage später entdeckt, das sich die
Ratte auch durch meine Jeans und meinen Rucksack geknabbert hat, um
an Bonbonpapier zu gelangen. Unsere fest verschlossene Tupperware, in
der nur noch Kekskrümel lagen, wurde ebenfalls zum Rattenopfer.
Wir
konnten die Ratte erst daran hindern weiterhin in unseren Tüten nach
Essensresten zu suchen, als wir die Tüte mit den Lebensmitteln an
die Dusche gehängt und den Abfalleimer ins geflieste Bad gestellt
haben.
Unser Tip
Wenn
es geht, gar keine Lebensmittel dabei haben. Ansonsten alle
Lebensmittel und -reste aus dem Rucksack, der Kleidung oder aus
diversen Tüten geruchsarm verpacken und an einem Ort aufbewahren,
der für Ratten unmöglich zu erreichen ist, damit ihr nicht von
einem Loch im neuen Rucksack überrascht werdet. Ein Ziplockbeutel
ist sicherlich besser als eine einfache Tüte und Tupperware ist auch
eine tolle Möglichkeit, um Lebensmittel einzupacken, aber das hält
eine Ratte nicht davon ab, nach Köstlichkeiten zu suchen und sie
auch zu finden. Ein Duschkopf, der in einiger Höhe aus einer
gefliesten Wand ragt, stellt für Ratten ein größeres, wenn nicht
gar unüberwindbares, Hindernis dar und ist unser
LieblingsRattensichererLebensmittelAufbewahrungsOrt.